Ob es leicht ist, ein Migrant zu sein?

Müde, über staubige Wege durch die Steppe, gelangen sie an die Grenze zur Russischen Föderation. Wenn sie reich sind, fliegen sie, doch die Meisten sind arm und das Hauptverkehrsmittel ins Glück ist der Bus. Die Fahrer haben seit Tagen nicht geschlafen, ob sie ihre Familien ernähren können, hängt allein von der Anzahl der Fahrten, die sie bewältigen, ab.

In der glutheißen asiatischen Heimat, verdienen die Einheimischen so gut wie nichts. Der fruchtbare Boden und die Wärme, sind nicht daran schuld, doch der Preis, den sie für die Lebensmittel, die sie verkaufen erhalten, ist einfach lächerlich.

Der einzige Ort, an dem sie gut verdienen könnten, sind die Tabakfelder von amerikanischen Unternehmen, aber dort gibt es keine Nachfrage nach Arbeitern. Deshalb fahren in langen Karawanen braungebrannte Kirgisen, sparsame Usbeken und fleißige Tadschiken Richtung Norden. Was sie dort in der kalten Ferne erwartet? Ob sie eine stabile Einkommensquelle erwartet? Man kann die Art ihrer Arbeiten nicht über einen Kamm scheren. Unter ihnen gibt es diejenigen, die einen Universitäts- und Hochschul- Abschluss haben und die, die die Schule nicht beendet haben, um zu Hause zu helfen, ob es ihnen gefiel oder nicht. Das Traurigste ist, dass ihren Kindern wahrscheinlich das gleiche Schicksal erwartet. Ausbildung – ein Luxus, den sich nur diejenigen, die ein Haus und einen vollen Kühlschrank haben, leisten können und ein Luxus, der nicht der Regel entspricht.

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Die Anzahl der Gastarbeiter, die in die sibirischen Metropolen kommen um dort Geld zu verdienen, dreht sich schon um die Zehntausend. Es gibt sogar eine Straße, die etwas an einem mittelalterlichen Menschenmarkt erinnert. Vom frühen Morgen an, sitzen die Angereisten an dem schmutzigen Straßenrand und warten auf Arbeitsvorschläge. Sie werden meist illegal, ohne Verträge arbeiten müssen und werden dadurch oft betrogen. Aber am nächsten Morgen sitzen sie wieder dort, ob sie heute Glück haben? Hinter den großen, blinkenden Werbereklamen dieser Städte verbirgt sich das parallel verlaufende Leben mit harten und ungerechten Regeln. Hier überlebt nicht der Stärkste, sondern der, der am Meisten Glück hat.

So hat zum Beispiel Kasim, Bauarbeiter und Vater von sechs Kindern Glück gehabt. Er hatte das Glück, eine Arbeit zu finden, dass ein unbekannter alter Mann, der Vorsitzender einer Baugesellschaft, ihm sein Einzimmerhaus in der städtischen Siedlung überlassen hat. Ja wenn auch ohne Wasser und mit schlechtem Ofen, aber alles, was man ertragen kann, wenn man sieht, dass man die Möglichkeit hat, ehrlich zu arbeiten. So arbeitet Kasim Tag für Tag und seine Kinder warten sehnsüchtig auf ihren Vater. Nach draußen gehen sie nur selten, weil sie die Sprache nicht beherrschen und sich vor der großen Stadt im Norden fürchten. Kasims Freund Said lebt mit seiner Frau und seinen Kindern auch hier. Doch seine Kinder sitzen nicht Zuhause, sie gehen raus und lernen russisch. Einmal hat sich Kasim dazu überwunden, seinen Nachbar zu fragen, wohin seine Kinder jeden Tag gehen und wie viel es koste. Es ist wichtig für ihn, zu wissen, wie teuer diese Beschäftigung ist. Said antwortete, dass die Kinder zu einer wohltätigen Organisation gehen und gab seinem Freund die Adresse.

Der Anfang war nicht einfach. Sofort hat sich heraus gestellt, dass seine Kinder Läuse haben. Dies war nicht verwunderlich, da sie von einer Ecke zur anderen ziehen mussten, um das freie Häuschen zu finden. Manchmal mussten sie sogar auf der Straße schlafen. Deshalb mussten die ersten Russischlektionen noch warten, erst mal war es wichtig, die Parasiten loszuwerden und die Kleidung und Schuhe zu wechseln. Aber auch für neue Kleidung benötigt man Geld. Kasimir war mutlos, aber die Pädagogen haben ihm geholfen. „Keine Sorge, wir helfen Ihnen, sowohl mit den Medikamenten, als auch mit der Kleidung.” So begann für seine Kinder ein neues Leben im Kindeklub „Sternbild” der Caritas Novosibirsk.

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Von diesen Kindern, haben wir momentan 30 im Kinderklub, mit den verschiedensten Nationalitäten. Manche Kinder können schon ein bisschen russisch, andere können nicht zwei Wörter miteinander verbinden. Das größte Ziel der Caritas besteht darin, diese Kinder so zu fördern, dass sie bereit dazu sind, selbstbewusst und voller Neugier in die Schule zu gehen. Die Hauptsache besteht darin, zu verhindern, dass die Kinder in der Migrantengesellschaft eingeschlossen werden und ihrer Isolation entgegenzuwirken.

„Diese Arbeit mit den Migranten haben wir vor fünf Jahren auf Basis des schon bestehenden Kinderklubs für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen begonnen. Es fing mit der Bitte einiger Migranteneltern an, ihre Kinder im Kinderklub aufzunehmen.“, erzählen die Pädagogen. „Zunächst war es schwierig. Wir wussten nicht genau wie wir die Sache angehen sollten, die Kinder sprachen so gut wie gar kein russisch. Doch mit der Zeit haben wir viel Erfahrung gesammelt. Wir sprechen mit ihnen ausschließlich auf Russisch, lesen mit ihnen Bücher, spielen mit ihnen, unterrichten die Buchstaben, lernen Gedichte und stellen Theaterstücke vor….. Die Kinder lernen sehr schnell.“

Der besondere Stolz des Klubs sind die Kinder, die schon zur russischen Schule gehen. Können Stellen Sie sich vor, wie es sein muss, nicht auf der eigenen Sprache zu schreiben und trotzdem gute Noten im Schulheft stehen zu haben… Ich interessiere mich sehr dafür, was die Kinder werden wollen. Guljam möchte Designerin werden, Albek – Fahrer, Saador – Bauarbeiter, Iskander – Pilot. Das sind die guten Kinderträume und damit sie sich erfüllen, ist die Unterstützung durch die Erwachsenden notwendig. Vor allem die von liebenden Eltern und der nächsten Umgebung.

–        „Und kommt es vor, dass ihr wegen Eurer Nationalität gekränkt werdet?” Frage ich

–        „Es kommt vor”, flüstert Guliam mit gesenktem Kopf.

–        „In der Schule kannte sie jeder”, erzählen die anderen Kinder, um das Gespräch weiter zu   führen, „sie ist älter als die anderen, deswegen wurde sie geärgert und als Nichtrussin bezeichnet. Einmal kam es sogar zu einem Kampf. Erzähl davon Guliam!”

Aber Guliam möchte nicht darüber reden. Sie hilft den Jüngeren lieber bei dem Übersetzten der Hausaufgaben. Sie redet lieber über das Gute, als über das Schlechte. „Warum darüber reden, dass es schlechte Dinge gibt, sie sind eben schlecht… ” „Wir wollen den Kindern das Gefühl geben, dass sie immer sie selbst sein können und ihnen zeigen, dass es Menschen gibt, mit denen sie immer reden können und die ihnen helfen”, erzählt die Direktorin der Caritas Natalja Sokolowa. Doch wie immer fehlen uns die Mittel. Das Thema Migration ist nicht populär. Doch mittlerweile benötigen die Menschen nicht nur lebensnotwendige Hilfe wie Medizin, sondern auch Bildung, welche ganz entscheidend ist.

Natürlich ist so ein Zentrum für 30 Kinder nur wie ein Tropfen auf heißem Stein, aber auf der anderen Seite, haben so 30 Kinder mehr, die vorher keine Perspektiven hatten, nun die Möglichkeit zu träumen. Sie können den Kindern des Kinderklubs „Sternbild” jetzt helfen. Auf dieser Seite können sie jetzt spenden. Damit geben sie denen Kindern weder viel noch wenig, aber einen Weg in die Zukunft und das Wichtigste: einen Traum!

Liebe Freunde liebe Spender!

Wenn Sie die Arbeit der Caritas in Westsibirien unterstuetzen wollen koennen sie die Bankverbindung des befreundeten Fondes in Deutschland benutzen.

Unsere Partnerorganisation, die Armen-Schwestern vom hl. Franziskus, stellen Ihnen gern eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt aus, wenn Sie auf der Überweisung Ihre vollständige Adresse angeben.


Spendenkonto

Name des Kontoinhabers: Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus Elisabethstraβe 19 52062 Aachen

IBAN: DE05 3706 0193 1008 2481 99

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Zahlungsziel: Sibirienhilfe