Auf dem Weg zum Traum

Der fünfzehnjährige Yusuf hat einen Traum. In der Zukunft sieht er sich als Pilot. Es ist ein inniger Traum, aber kein Geheimnis. Yusuf wollte uns wirklich davon erzählen, doch nach nur drei Monaten in unserem Klub konnte er es noch nicht.  Tatsache ist, dass Yusuf einfach kein Russisch konnte. Ende letzten Sommers kam er mit seinen Eltern aus Taschkent. Die Familie ist intelligent, aber leider ist das Niveau der russischen Sprache nur für die Eltern elementar wichtig. Der Vater erfuhr über Freunde von unserem Klub, die Mundpropaganda funktionierte, und er selbst brachte seinen Sohn mit einer großen Bitte zu uns: „Bringt dem Jungen bei Russisch zu sprechen!“ Zuerst musste der Vater sogar die Rolle des Übersetzers spielen. Schließlich begannen wir wirklich bei Null,sich begrüßen, sich vorstellen, sich verabschieden etc.

In der ersten Stunde war Yusuf angespannt. Es war offensichtlich, dass er Angst hatte und sich in einer fremden Situation befand. Und das ist verständlich, denn die ersten Schritte sind immer beängstigend, immer schwierig. Aber nach ein paar Tagen fühlte er sich schon sicherer, als er Gleichaltrige traf und Freunde fand. Zu Anfang waren es Leute, die auch aus Usbekistan kamen. Mit ihrer Hilfe gewöhnte sich Yusuf viel schneller ein.

Yusuf erwies sich nicht nur als fähiger, sondern auch als sehr zielstrebiger Schüler. Er ist bereit die Sprache stundenlang zu lernen. Für ihn wurde im Klub ein individueller Unterrichtsplan erstellt. Neben dem täglichen Unterricht mit dem Lehrer arbeitet der Junge selbstständig mithilfe eines Programms auf seinem Handy weiter. Er ist es nicht nur gewohnt systematisch zu arbeiten, sondern lernt auch gerne. In Taschkent beendete er die neunte Klasse und war ein Leistungsträger.

Wir haben in „Narnia“ eine eiserne Regel: „Im Klub sprechen wir nur Russisch!“ Das vollständige Eintauchen in die Sprachumgebung, Einzelunterricht mit dem Lehrer, hartnäckiges und unabhängiges Lernen brachten ihre Ergebnisse. Nach einigen Monaten konnte Yusuf ziemlich frei mit den Kindern kommunizieren.

Gleichzeitig kann man nicht sagen, dass Yusuf immer mit Pauken beschäftigt war und ausschließlich seinen Lehrplan verfolgte. Er ist ein lustiger, aktiver, athletischer Teenager, der Spiel, Wettbewerb und Bewegung liebt. Ihm gefällt der sibirische Winter mit Frost, Schnee, Schlittenfahren, Skillaufen und Schlittschuhlaufen. Gerne malt er, singt oder spielt Dame. Yusuf gibt zu, dass der Klub seine zweite Heimat geworden ist. Er hat sich schnell und einfach an unsere Regeln und Anforderungen gewöhnt, hilft den Lehrer, kümmert sich um die Kinder und beteiligt sich aktiv an Klubangelegenheiten. Im November besuchte er eine interregionale Veranstaltung in Omsk. Als er zurückkehrte, gestand er uns, dass er anfangs besorgt gewesen war, weil er zum ersten Mal mit dem Zug und zum ersten Mal ohne seine Eltern reiste. Dieses Ereignis war das denkwürdigste in seinem Leben. Er teilte uns eindrucksvoll seine Eindrücke mit.

Jetzt beherrscht Yusuf das russischsprachige Programm für die vierte Klasse, sicher im Umgang mit Substantiven, Verben und Adjektiven. Und das ist ein gutes Ergebnis für eine Person, die vor sechs Monaten noch kein Wort Russisch gesprochen hat. Der nächste Schritt ist eine Anmeldung an einer Flugschule oder eine allgemeinbildenden Schule. Yusuf hat einen Traum, er ist selbstbewusst und zielstrebig unterwegs. Er glaubt, dass Träume wahr werden. Man muss dem Traum nur etwas Mühe hinzufügen.

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