„Alzheimer” geht gerne alleine spazieren

Ich bin auf dem Weg zur Hauskrankenpflege. Man muss erwähnen, dass mir die Gegend, in der ich mich befinde, zu der Zeit noch unbekannt war und ich pünktlich da sein wollte. Deswegen wollte ich wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Da sehe ich eine Großmutter, die um ein Auto auf dem Parkplatz herumläuft. Sie kennt sich hier bestimmt aus, denke ich, laufe zu ihr und frage sie. Sie antwortete in einem verwunderten Ton: „Aber ich habe mich doch selbst verirrt.”, nach dem Motto, warum helfen Sie mir denn nicht?….

–        „Zu welcher Adresse müssen Sie?”

–        „Ich erinnere mich nicht.”

–        Okay. Also überlege ich und schaue sie an. Sie ist warm und ordentlich angezogen, sie friert nicht, in der Hand eine grüne Handtasche. „Waren sie in der Klinik oder einkaufen?”

–        „Ich spaziere. Es ist das erste Mal so….”

–        Telefon schießt es mir durch den Kopf. „Haben Sie ein Telefon?”

–        „Ja”, sagt sie und deutet auf das Telefon, welches ihr um den Hals hängt.

–         Uch dachte ich, Glück gehabt.

–        „Aber ich kann mich an keiner einzigen Nummer erinnern.”

–        „Es gibt immer einen Weg”, sage ich munter. „Wie heißen sie, können sie sich erinnern?”

–        „Albina Ilinitschna, wie kann ich meinen Namen vergessen?”, antwortet sie empört.

–        Nun gut, denke ich.

Es hat sich erwiesen, dass ihr Haus 20 Meter von hier entfernt ist. Der Sohn bedankte sich telefonisch und versicherte mir, dass die Großmutter einen Anhänger mit ihrer Adresse besitzt. Während wir zu ihr nach Hause gehen, rate ich ihr: „Das nächste Mal, wenn Sie spazieren gehen, gehen Sie lieber mit jemand anderem, mit einem Freund oder Nachbarn, dann macht es auch viel mehr Spaß, wer ist denn gerade bei Ihnen zu Hause, ihr Mann?”

–        „Nun ja, es gibt niemanden Zuhause, ich bin alleine.”

–        „Wer wird uns denn gleich die Tür öffnen?”

–        „Mein Sohn wahrscheinlich.”

Nach der Stimme aus der Gegensprechanlage zufolge, wartet schon jemand auf uns. Wir steigen aus dem Lift aus und dort steht schon der Großvater.

–        „Wer ist das?” frage ich?

–        „Mein Mann”, lächelt Albina Ilinitschna.

Ihr Mann bedankt sich bei mir und schließt hinter ihnen die Tür. Ich rufe durch die Tür: „Lassen Sie sie nicht mehr alleine spazieren!”

Bei der Krankheit Alzheimer, vergessen die Betroffenen laufend Ereignisse, verlieren die Orientierung von Zeit und Raum, erinnern sich nicht mehr an Namen und Adressen. Oft haben die Erkrankten das Bedürfnis, das Haus zu verlassen und die Krankheit hat einen fortschreitenden Charakter: Die Symptome nehmen zu, das Verhalten wird unerklärbar und mit der Zeit verlieren die Betroffenen die einfachsten Fähigkeiten, sie reden wirr und die Bewegungen werden unkoordiniert.

Wie reagiert man als Angehöriger bei dieser Krankheit? Wie lernt man, mit ihr umzugehen, um ein sicheres Umfeld für die Betroffenen und ihren Familien zu schaffen? Die Hauskrankenpflege der Caritas kann zu solchen Fragen immer kontaktiert werden und hilft den Angehörigen, mit der Situation umzugehen.

Liebe Freunde liebe Spender!

Wenn Sie die Arbeit der Caritas in Westsibirien unterstuetzen wollen koennen sie die Bankverbindung des befreundeten Fondes in Deutschland benutzen.

Unsere Partnerorganisation, die Armen-Schwestern vom hl. Franziskus, stellen Ihnen gern eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt aus, wenn Sie auf der Überweisung Ihre vollständige Adresse angeben.


Spendenkonto

Name des Kontoinhabers: Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus Elisabethstraβe 19 52062 Aachen

IBAN: DE05 3706 0193 1008 2481 99

BIC: GENODED1PAX (Pax Bank)

Zahlungsziel: Sibirienhilfe